Ayala, Eusebio (1874-1942)

Eusebio Ayala (b. 15 August 1874; d. 4. Juni 1942), Intellektueller, Staatsmann, vorläufiger Präsident (1921–1923) und Präsident von Paraguay (1932–1936). Ayala studierte Rechtswissenschaften und schrieb Aufsätze zu Geschichte, politischer Ökonomie und internationalem Recht. 1900 erhielt er sein Jurastudium an der Nationalen Universität in Asunción und unterrichtete anschließend in verschiedenen Disziplinen. Als Diplomat zeigte er ein tiefes Wissen über den großen Grenzstreit mit Bolivien. Am 20. August 1920 wurde Ayala in das Kabinett von Präsident Manuel Gondra berufen, doch aufgrund von Fraktionskämpfen musste Gondra zurücktreten. Ayala ersetzte ihn im November 1921 als vorläufigen Präsidenten und trat 1923 mitten in einem Bürgerkrieg zurück. Er wurde 1932 zum Präsidenten gewählt und führte Paraguay durch den Chaco-Krieg gegen das benachbarte Bolivien. Nach der Niederlage der Bolivianer wurde Ayalas Regierung am 17. Februar 1936 durch einen Militärputsch mit ziviler Unterstützung gestürzt. Trotz seines Sturzes gilt Ayala als einer der fähigsten nationalen Führer seiner Generation.