Baker, Lynne Ruder (1944–)

Lynne Rudder Baker wurde in Atlanta, Georgia, geboren, promovierte 1972 in Philosophie an der Vanderbilt University und lehrt an der University of Massachusetts in Amherst.

Ihre philosophische Arbeit liefert eine starke Kritik an reduzierenden Darstellungen von Geistern, Personen und Artefakten. Ihre Schriften in der Philosophie des Geistes richten sich gegen drei unterschiedliche, aber verwandte Ansichten. Das erste ist, dass die Bedeutung eines bestimmten Symbols eingebürgert werden kann, dh reduktiv erklärt wird, und zwar anhand einiger nicht-semantischer, nichtmentaler, kausaler Eigenschaften, die rechtmäßig in der Natur instanziiert sind. Die zweite Ansicht ist, dass die Volkspsychologie bestenfalls eine Prototheorie des menschlichen Verhaltens zweiter Klasse ist, die nur instrumentellen Wert hat, oder im schlimmsten Fall eine diskreditierte Theorie, deren mentale Positionen nicht existieren. Die dritte Ansicht, die Baker "die Standardansicht" nennt und die von Dualisten, Materialisten und Funktionalisten geteilt wird, besagt, dass Überzeugungen Zustände eines angemessenen Teils von Personen sind, sei es materiell (das Gehirn) oder immateriell (die Seele).

Alle drei Ansichten haben zwei Themen gemeinsam. Erstens betrachten wir uns als empfindungsfähige, begabte Agenten, die mit Zuständen ausgestattet sind, die referenziellen Inhalt und kausale Wirksamkeit haben. Zweitens, wenn diese Auffassung richtig sein soll, muss sie reduktiv zu unseren besten wissenschaftlichen Naturtheorien passen, die die richtige Geschichte (oder jedenfalls viel davon) über Dinge haben; Andernfalls muss es als falsch abgelehnt oder als nützlicher, aber kurioser Mythos behandelt werden. Baker akzeptiert die erste Forderung, lehnt jedoch die zweite ab Glauben retten (1987) und in Einstellungen erklären (1995). In letzterer Arbeit verteidigt sie den praktischen Realismus, die Ansicht, dass Überzeugungen globale Zustände einer ganzen Person sind, nicht eines richtigen Teils der Person. Obwohl Überzeugungen keine Entitäten sind, sind sie real (kontraeliminative Materialisten), da sie aufgrund ihres Inhalts einen echten kausalen Unterschied in der Welt bewirken (kontraephenomenalisten). Überzeugungen spielen eine erklärende Rolle, aber nicht, weil sie mit Gehirnzuständen identisch sind, von diesen konstituiert werden oder diese überwachen, da Überzeugungen in diesen Beziehungen zu keinem Gehirnzustand stehen. Ihre erklärende Rolle beruht vielmehr auf unserer gemeinsamen Praxis, unsere Handlungen kausal zu erklären und zu rationalisieren. Bakers praktischer Realismus versetzt sie direkt in die Gesellschaft amerikanischer Pragmatiker (von William James bis Hilary Putnam) und Neo-Wittgensteiner.

Bakers drittes Buch, Personen und Körper (2000) verbindet ihre frühen Schriften in der Philosophie des Geistes mit ihrer neueren Arbeit in der Metaphysik. In diesem Buch verteidigt sie die Verfassungsansicht menschlicher Personen, die Ansicht, dass eine menschliche Person eine Person ist, die eine Perspektive aus der ersten Person hat, und menschlich ist, weil sie von einem menschlichen Körper konstituiert wird. Die Perspektive der ersten Person zu haben bedeutet, die Fähigkeit zu haben, sich selbst auf irreduzibel direkte Weise als sich selbst zu betrachten, ohne einen Namen oder eine Beschreibung zu vermitteln. Die Verfassung wiederum ist eine allgegenwärtige Beziehung, die immer dann besteht, wenn neue Arten von Dingen entstehen (z. B. Statuen, Personen), wobei neue kausale Kräfte aufgrund anderer Arten von Dingen (z. B. Marmorplatten, menschliche Körper) existieren unter bestimmten Umständen (z. B. in der Kunstwelt, in sozialen Institutionen und in sozialen Praktiken). Die Dinge, die konstituieren und die Dinge, die sie konstituieren, haben unterschiedliche Persistenzbedingungen und Naturen; daher sind sie numerisch verschieden. Beide teilen viele der gleichen Eigenschaften und kausalen Kräfte, obwohl die Quelle ihrer gemeinsamen Eigenschaften und Kräfte in der Sache liegen kann, die konstituiert, und nicht in der konstituierten Sache oder umgekehrt. Im Gegensatz zum Immaterialismus sind menschliche Personen materielle Wesen, weil sie aus ihren menschlichen Körpern bestehen. Im Gegensatz zum Animalismus sind menschliche Personen jedoch nicht mit den Körpern identisch, aus denen sie bestehen.

Nach Ansicht von Baker hängt die Identität von Personen im Laufe der Zeit nicht von den jeweiligen Körpern ab, aus denen sie bestehen, obwohl sie aus ihren Körpern bestehen und nicht existieren können, ohne in irgendeiner Weise materiell konstituiert zu sein. Die persönliche Identität hängt auch nicht von der Seelenidentität, der Gehirnidentität oder der (nicht verzweigten) psychologischen Kontinuität ab. Es kommt vielmehr nur darauf an, dass man im Laufe der Zeit eine Perspektive aus der ersten Person hat. Fakten über die Perspektive der ersten Person lassen sich nicht auf nicht-persönliche Fakten reduzieren. Für Baker ist die Identität eines Menschen im Laufe der Zeit eine einfache, nicht reduzierbare Tatsache über sich selbst.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Identität; Geistige Ursache; Persönliche Identität; Philosophie des Geistes.

Literaturverzeichnis

Bäcker, Lynne Rudder. Einstellungen erklären: Ein praktischer Ansatz für den Geist. New York: Cambridge University Press, 1995.

Bäcker, Lynne Rudder. Personen und Körper: Eine Verfassungsansicht. New York: Cambridge University Press, 2000.

Bäcker, Lynne Rudder. Glauben retten: Eine Kritik des Physikalismus. Princeton, NJ: Princeton University Press, 1987.

Meijers, Anthonie, hrsg. Überzeugungen erklären: Lynne Rudder Baker und ihre Kritiker. Stanford, CA: CSLI Publications, 2001.

Reinaldo Elugardo (2005)