Banfi, Antonio (1886-1957)

Antonio Banfi, der italienische Philosoph, wurde in Mailand geboren und studierte an der dortigen Akademie der Wissenschaften und Briefe sowie an der Universität Berlin. Banfi hatte eine lange Bekanntschaft mit Edmund Husserl, der Banfis Denken zusammen mit den Marburger Neokantianern beeinflusste. Banfi lehrte an den Universitäten von Florenz, Genua und Mailand. 1940 gründete er die Rezension Philosophische Studien, die eine wichtige Rolle bei der italienischen Revolte gegen den Idealismus spielte. Banfi nahm aktiv am politischen Leben teil. 1925 hielt er sich an das von Benedetto Croce ausgearbeitete Manifest der antifaschistischen Intellektuellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg saß er als Kommunist im italienischen Senat.

In Banfis Hauptwerk sind eher deutsche als italienische Einflüsse zu erkennen. Prinzipien einer Vernunfttheorie (Prinzipien einer Vernunfttheorie; Mailand, 1926). Nach Banfi entspringt die philosophische Untersuchung nicht einer unmittelbaren Spontaneität des Denkens, sondern entsteht als kritische Reflexion über das kulturelle Erbe der spekulativen Tradition. Durch das Studium der Wissensstrukturen erfasst die Reflexion die Funktion der Vernunft. Die Vernunft ist weder im psychologischen noch im metaphysischen Sinne des Hegelianismus zu verstehen. Grund ist laut Banfi das unbestimmte Gesetz des Organisationsprozesses oder der Koordinierung von Erfahrungen.

Die Aufgabe der Wissenschaft, so Banfi, sei es, Erfahrungen zu studieren und sie in funktionale Beziehungen oder Gesetze aufzulösen. Die Philosophie setzt die Arbeit der Wissenschaft auf ihre eigene Weise fort. Es klärt die Erfahrung in Bezug auf dialektische Gegensätze (Realität und Erscheinung, Materie und Form, Notwendigkeit und Freiheit usw.); es löst den Gegensatz der Gegensätze in der Einheit einer Idee auf; und in der phänomenologischen Schlussfolgerung offenbart es die rationale Struktur, die fortschreitend in der Ordnung der Erfahrung erreicht wird.

In späteren Arbeiten versuchte Banfi, die Problematik der Vernunft als offenes System und als Selbstordnung der Erfahrung zu betonen. Er sah im dialektischen Materialismus die Beseitigung des mythischen Moments des Wissens, die Bestätigung der unendlichen Entwicklung der Vernunft und die befreiende Funktion der Vernunft.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Croce, Benedetto; Dialektischen Materialismus; Erfahrung; Hegelianismus; Husserl, Edmund; Idealismus; Neokantianismus; Grund.

Literaturverzeichnis

Banfi Der kopernikanische Mann wurde 1950 in Mailand veröffentlicht. Sein zweibändiger Band Die Suche nach der Realität wurde 1959 in Florenz veröffentlicht.

Für Literatur über Banfi siehe Giovanni Maria Bertin, Die pädagogische Idee und das Prinzip der Vernunft in Antonio Banfi (Rom: A. Armando, 1961); und Fulvio Papi, Der Gedanke an Antonio Banfi (Florenz, 1961).

Eugenio Garin (1967)

Übersetzt von Robert M. Connolly