Budde, johann franz (1667–1729)

Der deutsche Philosoph, Theologe und Historiker Johann Franz Budde oder Buddeus wurde in Anklam, Pommern, geboren. Er trat 1685 in die Universität Wittenberg ein und wurde dort 1689 Assistent. Budde wurde 1693 zum Professor für Moralphilosophie in Halle, 1705 zum ordentlichen Professor für Theologie in Jena und 1715 zum Kirchenrat in Gotha ernannt Er war unabhängig von allen Schulen und hielt sich für vielseitig. Er stand dem pietistischen Denken und der Philosophie von Christian Thomasius, seinem Kollegen in Halle, nahe.

Buddes bedeutendste Arbeit in der theoretischen Philosophie war seine Vielseitige Philosophie (2 Teile, Halle, 1703). Im ersten Abschnitt, in dem er seine logischen Lehren darlegte und die Absicht hauptsächlich methodischer Natur war, werden die Einflüsse von John Locke und Thomasius deutlich. Budde hat Fehler aus der Erbsünde abgeleitet und Mittel zur Wiederherstellung der "guten Gesundheit" des Geistes vorgeschrieben. Er betrachtete die Ontologie als Teil der Logik und als eine einfache Erklärung grundlegender metaphysischer Begriffe. Laut Budde hatten diese Begriffe einen rein instrumentellen Wert, weil er sich weigerte, der Metaphysik den Rang einer unabhängigen und universellen Wissenschaft zu verleihen. Er interpretierte es vielmehr als die Wissenschaft der allgemeinsten Substantive, die in Theologie und Philosophie verwendet werden.

Im zweiten Abschnitt der InstitutionenBudde diskutierte zunächst auf phänomenalistische Weise über die Naturphilosophie und stellte fest, dass wir die wahre Natur der Dinge nicht kennen können, sondern nur ihre Erscheinungen und Wirkungen. Er versuchte, den für die pietistische Naturphilosophie typischen physischen Animismus oder Spiritualismus mit dem Mechanismus in Einklang zu bringen. Er appellierte häufig an die Bibel und gab den endgültigen Ursachen einen wichtigen Platz. Am Ende dieses Abschnitts erörterte er Geister und Gott, deren Existenz er durch rationale Beweise demonstrierte.

In der praktischen Philosophie (Die praktischen Elemente der Philosophie, Halle, 1697) Budde folgte Hugo Grotius, Samuel von Pufendorf und Thomasius. Er verweigerte die menschliche Freiheit vollständig, verwies die Möglichkeit guter Handlungen auf Gottes Gnade und beschränkte die Rechenschaftspflicht auf einen engen und äußeren Bereich materieller Freiheit. Er widmete den Diskussionen über praktische Psychologie und Klugheit viel Raum, denn er glaubte, dass eine solche praktische Psychologie ein besseres Mittel sei als eine abstrakte Anweisung, den menschlichen Willen von der Sünde zu heilen. Offenbarung ist jedoch wesentlich für diesen Heilungsprozess.

Wie bei den Pietisten spielt die praktische Philosophie eine zentrale Rolle in Buddes Gedanken. Er stimmte auch mit den Pietisten darin überein, die Unabhängigkeit des Willens vom Intellekt zu betonen, in seiner Betonung der Psychologie in der praktischen Philosophie und des Spiritualismus in der Kosmologie und in der Bedeutung, die er der Offenbarung beimaß. Budde war jedoch viel systematischer als Thomasius, der ebenfalls stark vom Pietismus beeinflusst war. Budde schloss sich den Pietisten in ihrem Kampf gegen Christian Wolff an und schrieb 1723 eine Broschüre, in der er Wolff angriff.

Obwohl Budde in der praktischen Philosophie den Pietisten zustimmte, versuchte er in der Theologie, die Ansichten von Orthodoxie und Pietismus in Einklang zu bringen. Weil er der Meinung war, dass der Mensch einen ursprünglichen religiösen Impuls hat, gab er der natürlichen Religion eine wichtige Position. Er legte kosmologische, physikotheologische und historische Beweise für die Existenz Gottes vor und versuchte, den Atheismus durch Argumentation zu widerlegen.

Budde war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit. Seine Schriften zur Geschichte der jüdischen Philosophie (Einführung in die Philosophie bewertet, Halle, 1707), zur allgemeinen Geschichte der Philosophie und zur Geschichte der Theologie (Geschichte des Dogmas, Frankfurt, 1725) waren zu ihrer Zeit ausgezeichnet und sind immer noch wertvoll für die Informationen, die sie enthalten.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Determinismus, eine historische Übersicht; Grotius, Hugo; Jüdische Philosophie; Locke, John; Pietismus; Pufendorf, Samuel von; Offenbarung; Thomasius, Christian; Wolff, Christian.

Literaturverzeichnis

Zusätzliche Werke von budde

Ausgewähltes Naturgesetz und Nationen. Halle, 1704.

Institutionen Theologie. Leipzig, 1711.

Institutionen Dogmatische Theologie. Leipzig, 1723.

Arbeitet auf Budde

Hirsch, E. Geschichte der neuren evangelischen Theologie. Voll. II, 319 & ndash; 340. Gütersloh, 1960.

Stolzenburg, AF Die Theologie des Joh. Fr. Buddeus und des Chr. Pfaff. Berlin, 1926.

Wundt, max. Die deutsche Schulphilosophie im Zeitalter der Aufklärung, 63–75, 242–243. Tübingen: Mohr, 1945.

Giorgio Tonelli (1967)