Carus, Carl Gustav (1789–1869)

Carl Gustav Carus, ein deutscher Arzt, Biologe und Philosoph, wurde in Leipzig geboren und studierte Chemie und anschließend Medizin an der Universität Leipzig. 1811 war er der erste, der dort Vorlesungen über vergleichende Anatomie hielt. Zwei Jahre später wurde er Direktor des Militärkrankenhauses in Pfaffendorf und 1814 Professor für Medizin an der Medizinischen Hochschule der Universität Dresden, wo er bis an sein Lebensende blieb. Er wurde 1827 zum königlichen Arzt und 1862 zum Geheimrat ernannt.

Carus war weithin bekannt für seine Arbeiten in Physiologie, Psychologie und Philosophie und war einer der ersten, der experimentelle Arbeiten in den Bereichen vergleichende Osteologie, Insektenanatomie und Zootomie durchführte. Er ist auch als Landschaftsmaler und Kunstkritiker bekannt. Er wurde beeinflusst von Aristoteles, Platon, Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling und Johann Wolfgang von Goethe, über die Carus mehrere Werke schrieb, von denen das wichtigste ist Goethe dessen seine Bedeutung für unsere und die kommende Zeit (Wien, 1863). Carus 'philosophische Schriften wurden mehr oder weniger vergessen, bis der deutsche Philosoph und Psychologe Ludwig Klages sie wiederbelebte.

Carus 'Philosophie war im Wesentlichen aristotelisch, da sie der Entfaltung oder Ausarbeitung einer Erfahrungsidee von einer unorganisierten Vielfalt zu einer organisierten Einheit folgte. Diese universelle, sich entfaltende Einheit oder sich entwickelnde Vielfalt innerhalb der Einheit, die Carus Gott nannte. Gott oder das Göttliche ist kein Wesen analog zur menschlichen Intelligenz; Vielmehr ist es der Grund, durch das Werden offenbart zu werden, durch die unendlich vielen und unendlich unterschiedlichen Wesen oder Organismen, die durch das Göttliche in Raum und Zeit entstehen.

Carus nannte seine Theorie einer göttlichen oder schöpferischen Kraft "Entheismus". Das unbekannte Göttliche offenbart sich in der Natur durch Organisation, Struktur und organische Einheit. Als Grund des Seins ist es außerhalb von Raum und Zeit, unveränderlich und ewig. Als Gedanke oder Einsicht ist es die Gottidee der Religion, die überall im Leben und im Kosmos zu finden ist. Als Leben ist es die Sphäre, die Grundform lebender Zellen und der himmlischen Sterne. Als Materie ist es der Äther, der sich in unendlich verschiedenen Dingen abblättert.

Laut Carus kann der Körper nicht von der Seele getrennt werden. Beide sind Seele, aber wir sprechen von "Körper", wenn ein unbekannter Teil der Seele den bekannten Teil beeinflusst; und wir sprechen von "Seele", wenn der bekannte Teil den unbekannten Teil beeinflusst.

Carus 'Metaphysik und sein wichtiger Beitrag zur Psychologie ist eine Theorie der Bewegung von der Bewusstlosigkeit zum Bewusstsein und wieder zurück. Welches Verständnis wir auch vom Leben und vom menschlichen Geist haben können, hängt von der Beobachtung ab, wie das universelle Unbewusstsein, das unbekannte Göttliche, bewusst wird. Universelle Bewusstlosigkeit ist an sich nicht teleologisch; es erreicht seinen Zweck nur, wenn es durch bewusste Individuen bewusst wird. Bewusstsein ist nicht dauerhafter als Dinge; Es ist ein Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft. Als Moment kann es sich nur durch Schlaf oder eine Rückkehr ins Unbekannte erhalten.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Aristotle; Goethe, Johann Wolfgang von; Klages, Ludwig; Plato; Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph von; Unconscious.

Literaturverzeichnis

Hauptwerke von Carus

Psyche: zur Entwicklungsgeschichte der Seele. Pforzheim, 1846; 3rd ed., Stuttgart, 1860.

Physis: zur Geschichte des leiblichen Lebens. Stuttgart: Scheitlin, 1851.

Symbolik der menschlichen Gestalt. Leipzig, 1853.

Natur und Idee. Wien: W. Braumüller, 1861.

Lebenserinnerungen und Denkwürdigkeiten, 4 vols. Leipzig: F. A. Brockhaus, 1865–1866.

Vergleichende Psychologie. Wien: W. Braumüller, 1866.

Arbeitet an Karus

Bernouilli, Christoph. Die Psychologie von Carl Gustav Carus. Jena, Deutschland: E. Diederichs, 1925.

Kern, Hans. Carus: Personlichkeit und Werk. Berlin, 1942.

Rubin Gotesky (1967)