Dobrizhoffer, Martin (1717–1791)

Martín Dobrizhoffer (b. 7. September 1717; d. 17. Juli 1791), österreichischer Missionar in Paraguay. Der in der böhmischen Stadt Friedburg geborene Dobrizhoffer studierte Philosophie und Physik an den Universitäten Wien und Graz. Nachdem er sich den Jesuiten angeschlossen hatte, wurde er 1748 in die Region Río de la Plata in Argentinien geschickt, wo er seine Ausbildung an der Universität von Córdoba beendete. Anschließend arbeitete er vier Jahre lang bei den Mocobí-Indianern von Santa Fe. Von 1754 bis 1762 war Dobrizhoffer in den Jesuitensiedlungen von Paraguay in Santa María la Mayor am Uruguay stationiert, wo er als gelehrter Mann unter seinen Kollegen und unter den Guaraní-Indianern beträchtlichen Ruhm erlangte.

1762 beauftragte der königliche Gouverneur von Asunción die Einrichtung einer neuen Mission etwa fünfzig Meilen westlich im unwirtlichsten Gebiet des Chaco. Er befahl Dobrizhoffer, die Mission Nuestra Señora del Rosario de Timbó zu übernehmen. Das dortige Missionsziel des Österreichers, die Bekehrung der "wilden" Abipón-Indianer, entging ihm. Nach vielen bitteren Erfahrungen verließ er 1765 Rosario de Timbó und wurde nach San Joaquín im Norden Paraguays versetzt.

Mit der Vertreibung der Jesuiten zwei Jahre später kehrte Dobrizhoffer nach Wien zurück. Dort erregte er die Aufmerksamkeit der Kaiserin Maria Theresia, die ihn bat, einen Bericht über sein Leben in der Neuen Welt zu schreiben. Diese Memoiren, veröffentlicht 1783–1784 als Geschichte der Abiponerstellen eine einzigartig detaillierte Untersuchung der indisch-kaukasischen Beziehungen im Chaco des XNUMX. Jahrhunderts dar.