García canclini, geb. (1939–)

Néstor García Canclini ist ein bekannter Autor und Forscher der lateinamerikanischen Kultur. Seine Arbeit in den 1970er Jahren ist eine marxistische Kunstsoziologie, die auf innovative und radikale Kunst dieser Zeit reagiert. Seine spätere Arbeit, die ins Englische übersetzt wurde, ist Teil einer laufenden Debatte über die postmoderne Kultur und betont die aktive Rolle der Nutzer von Medien und Kultur. Das Schlüsselkonzept ist kulturelle Hybridität. García Canclini argumentiert, dass die Kultur in Lateinamerika sowohl traditionell als auch modern ist, die Grenzen zwischen Kunst und Populärkultur durch die Massenmedien untergraben werden und die Konzepte der hegemonialen Kultur und des Widerstands nicht mehr gültig sind. In seinem viel gelesenen Buch HybridkulturenEr macht diesen Fall hauptsächlich anhand von Beispielen aus Kunst und Literatur und nicht anhand gelebter Kultur (Landwirtschaft, Ernährung, Kleidung, Volksrede). Seine Hauptabsicht ist es, für eine Regierungspolitik für Massenmedien einzutreten und die Kultur breiter verfügbar zu machen. Seine Arbeit ist eine Reaktion auf Entwicklungen in einem zunehmend urbanen Kontinent und wurde von einigen Schriftstellern begrüßt, andere sehen sie jedoch als Teil einer konservativen Veränderung des lateinamerikanischen intellektuellen Lebens in den 1990er Jahren.