Gastão d’orléans (1842–1922)

Gastão d'Orléans (Luís Filipe Maria Fernando, Conde d'Eu; b. 28 April 1842; d. 28. August 1922), Ehemann von Isabel, Erbin des brasilianischen Throns. Als Mitglied der französischen Königsfamilie verbrachte die Conde d'Eu seine ersten Jahre im Exil, zuerst in England und dann in Spanien, wo er eine Ausbildung zum Armeeoffizier absolvierte und in Marokko kämpfte. Familienbeziehungen - sein Onkel heiratete die Schwester von Pedro II - und persönliche Qualitäten führten 1864 zu seiner Heirat mit Isabel. Conde d'Eu war fleißig, kultiviert und liberal in seiner politischen Einstellung und suchte zunächst eine aktive Rolle in brasilianischen Angelegenheiten, die Pedro II. Ihm verweigerte. 1869 wurde er zum Oberbefehlshaber der brasilianischen Streitkräfte im Krieg des Dreibunds ernannt und sicherte sich 1870 den Gesamtsieg. Aufgrund seiner Kriegserfahrung war er psychisch unsicher und einer wiederkehrenden Depression ausgesetzt. Danach beschränkte er sich auf Familienangelegenheiten und auf Vorsitzender einiger Armeekommissionen. Trotz seiner beträchtlichen Talente glänzte er nicht im öffentlichen Leben, was teilweise auf die zunehmende Taubheit zurückzuführen war. Sein Mangel an Charisma und sein unberechenbarer Umgang mit Untergebenen führten dazu, dass er weder Unterstützung noch Sympathie forderte. Die Conde d'Eu war in Brasilien immer ein Außenseiter. Nach dem Untergang des Reiches im Jahr 1889 verbrachte er seine letzten Jahre in zufriedener Privatsphäre in Frankreich.