González goyri, roberto (1924–)

Roberto González Goyri (b. 1924), guatemaltekischer Künstler, inspiriert von Kulturen vor der Eroberung. Er studierte bei Rafael Yela Günther an der Akademie der bildenden Künste in Guatemala-Stadt, wo er eine akademische Ausbildung erhielt, und arbeitete als Zeichner am Nationalen Museum für Archäologie. Mit einem Stipendium der guatemaltekischen Regierung studierte er von 1948 bis 1952 in New York. Internationale Anerkennung erhielt er 1951, als er bei einem vom London Institute of Contemporary Arts gesponserten Wettbewerb einen Preis für eine Skulptur des unbekannten politischen Gefangenen gewann. Das Museum of Modern Art in New York erwarb seine halbabstrakte Skulptur Der Wolf (1951) im Jahr 1955. Er war Direktor der National School of Plastic Arts in Guatemala-Stadt (1957–1958).

Als Bildhauer arbeitete González Goyri mit Terrakotta, Beton und Metallen und kombinierte einen expressionistischen, symbolischen Stil mit abstrakten Motiven. Seine Wand- und Skulpturenprojekte für öffentliche Gebäude wie das Institut für soziale Sicherheit in Guatemala-Stadt (1959) und seine monumentale Skulptur des guatemaltekischen indischen Helden Tecún-Umán (1963) zeigen symbolisch die Geschichte Guatemalas vom Beginn der Maya-Zivilisation bis zur Unabhängigkeit. Als Maler hat er hauptsächlich im postkubistischen Stil gearbeitet, inspiriert von den kräftigen Farben des guatemaltekischen Handwerks. Sein Wandbild Religion in Guatemala: ihre vorspanischen, kolonialen und zeitgenössischen Wurzeln (1992) ist eine monumentale Interpretation des guatemaltekischen Ordenslebens aus dem Popol Vuh, das heilige Maya-Buch, bis heute.