Ha-Avarah-Abkommen

Abkommen, das es Juden ermöglichte, begrenzte Vermögenswerte von Nazideutschland nach Palästina zu transferieren.

Im August 1933 schloss das deutsche Wirtschaftsministerium das sogenannte Ha-Avarah-Abkommen mit jüdischen Beamten in Palästina und Vertretern der Deutschen Zionistischen Föderation. Die neue Regierung von Adolf Hitler war gewaltsam antisemitisch und bestrebt, Deutschland von seinen Juden zu befreien. Sie teilte mit den Zionisten das Ziel, jüdische Abgänge nach Palästina zu erleichtern. Das Ha-Avarah-Abkommen erlaubte Juden, deren Vermögen in Deutschland auf gesperrten Konten gehalten wurde, einen Teil ihrer Ersparnisse nach Palästina zu überweisen, wo das Geld für den Kauf deutscher Produkte verwendet werden sollte. Für die neue NS-Regierung hatte Ha-Avarah den Vorteil, sowohl die jüdische Auswanderung als auch die deutschen Exporte zu fördern. Für die bedrängten deutschen Juden war das Abkommen eine Möglichkeit, einige jüdische Vermögenswerte zu retten und der Verfolgung zu entkommen. Obwohl sie sich darüber freuten, wie Ha-avarah die Juden, die sich für einen Boykott Deutschlands einsetzten, unterbot, waren die politischen Entscheidungsträger der Nazis auch gegen einen unabhängigen jüdischen Staat in Palästina und glaubten, dass dies die Hand der Juden gegen Deutschland auf internationaler Ebene stärken würde. Trotzdem weigerte sich Hitler selbst, Ha-Avarah abzulehnen, und so behielten seine Untergebenen die Politik bis kurz nach Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 bei. Am Ende könnten etwa 60,000 Juden von ihren Bestimmungen profitiert haben, und rund 100 Millionen Reichsmark wurden übertragen Deutschland nach Palästina.