Kelsen, Hans (1881–1973)

Hans Kelsen wurde am 11. Oktober 1881 in Prag geboren und wuchs in Wien auf. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und schloss 1911 das Genehmigung (Hauptarbeit erforderlich für die kamen Legenden oder staatliche Lizenz zur Abhaltung von Universitätsvorlesungen). Nach dem Militärdienst im Ersten Weltkrieg arbeitete er eine Reihe von Entwürfen der österreichischen Bundesverfassung vom Oktober 1920 aus. Hier war Kelsens markantester Beitrag die zentralisierte Verfassungsprüfung, eine völlig neue institutionelle Praxis. In den 1920er Jahren war Kelsen Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Wien und Richter am Verfassungsgericht. Kelsen wurde 1930 von Österreichs rechtszentrierter christlich-sozialer Partei aus der letzteren Position verdrängt und übernahm eine Professur in Köln. Kelsen wurde im Frühjahr 1933 aufgrund des berüchtigten NS-Statuts zur "Wiederherstellung des professionellen öffentlichen Dienstes" (Genehmigung der Entlassung von Personen, die als politisch unzuverlässig angesehen wurden, und von Personen jüdischer Herkunft) aus dieser Position verdrängt von 1933 bis 1940 in Genf. Er reiste im Mai 1940 in die USA ab, wo er sich schließlich eine Stelle an der University of California in Berkeley sicherte. Er starb am 19. April 1973 in Berkeley.

Kelsens juridisch-philosophisches Werk gliedert sich in drei Phasen, obwohl es zwischen den ersten beiden keine klare Linie gibt. Kelsens erste Phase, der kritische Konstruktivismus, dauert von 1911 bis ungefähr 1920. Sein Hauptanliegen ist es zu zeigen, dass der Naturalismus in der Rechtswissenschaft falsch ist, und er fährt fort, die Grundbegriffe des Gesetzes in nichtnatürlichen, nicht-naturalistischen Begriffen zu konstruieren. Kelsens zweite Phase, seine klassische oder neoneo-kantische Periode, beginnt am Ende der ersten Phase und dauert bis 1960. Sie ist durch zwei Hauptentwicklungen gekennzeichnet. Die erste davon ist Kelsens Versuch, eine Grundlage für die Konzepte zu schaffen, die er in der ersten Phase konstruiert hat. Sein "Reinheitspostulat" schließt jegliche Berufung entweder auf das Naturgesetz oder die Moraltheorie einerseits oder auf empirische Daten andererseits aus. Was übrigbleibt? Kelsen antwortet mit einem transzendentalen Argument, das in neoneo-kantischer Standardweise aus dem Faktum der Wissenschaft (hier die Tatsache der Rechtswissenschaft) auf die Notwendigkeit der Grundnorm hier normative Kategorie. Ohne die normative Kategorie wäre Rechtswissenschaft nicht möglich, aber da Rechtswissenschaft gegeben ist, muss die normative Kategorie vorausgesetzt werden.

Eine etwas andere Entwicklung in den ersten Jahren der zweiten Phase ist die Annahme des Kelsen Stufenbaulehre (Lehre von der hierarchischen Struktur) von seinem begabten Wiener Kollegen Adolf Julius Merkl. Diese Doktrin fordert eine immer stärkere Konkretisierung, wenn das Gesetz von den allgemeinen Normen der Verfassung an der Spitze der Hierarchie zu einzelnen Rechtsakten übergeht - der Umsetzung an seiner Basis. Unter Berücksichtigung von Normen, die alle Arten von Gesetzen repräsentieren (Verfassungsregel, gesetzliche Bestimmungen, Verwaltungsvorschriften, Rechtsakt des Beamten), lügt die Doktrin das spätere XNUMX. Jahrhundert Gesetzespositivismus (gesetzlicher Positivismus), der besagte, dass das Gesetz allein für das moderne Rechtssystem charakteristisch sei. In einem juristisch-philosophischen Sinne markiert die Doktrin der hierarchischen Struktur die Einführung von Normen in Kelsens Theorie, die, wie er zu einem späteren Zeitpunkt argumentiert, die grundlegendste normative Modalität darstellen.

In seiner dritten und letzten Phase, die 1960 beginnt, wirft Kelsen das neoneo-kantische Gebäude der klassischen Phase über Bord und verteidigt eine Willentheorie des Rechts - eine bemerkenswerte Entwicklung im Fall eines Philosophen, der buchstäblich ein halbes Jahrhundert lang kritisiert hatte die Willentheorie als nahezu falsch. Kelsens Skepsis in dieser letzten Phase spiegelt sich beispielsweise in seiner Ablehnung einer Rolle für die Logik im Gesetz wider.

Kelsens Bedeutung ergibt sich nicht zuletzt aus seiner Arbeit am philosophisch schwierigen Konzept der Normativität. Eine "starke Normativitätsthese", die Joseph Raz als Interpretation von Kelsen verteidigte, spricht die klassische Frage der Rechtsphilosophie an, ob - und wenn ja, wie - die Verpflichtung zur Einhaltung des Gesetzes zu rechtfertigen ist. Eine "schwache Normativitätsthese", die Kelsens beständiges Interesse an der Wahrung der Autonomie des Rechts und ebenso die "Reinheit" der Rechtswissenschaft widerspiegelt, betrachtet die Normativität im Namen des nicht-kausalen Wandels als Kelsens juridisch-philosophische Alternative zu Naturalismus.

[VORLÄUFIGE VOLLAUTOMATISCHE TEXTÜBERSETZUNG - muss noch überarbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.] Konstruktivismus und Konventionalismus; Rechtspositivismus; Naturgesetz; Neokantianismus; Rechtsphilosophie, Geschichte von.

Literaturverzeichnis

Ebenstein, William. Die reine Rechtstheorie. Madison: University of Wisconsin Press, 1945.

Raz, Joseph., "Kelsens Theorie der Grundnorm." Im Normativität und Normen: Kritische Perspektiven zu Kelsenschen Themen, herausgegeben von Stanley L. Paulson und Bonnie Litschewski Paulson, S. 47–67. Oxford: Clarendon Press, 1998.

Werke von Kelsen

Die philosophischen Grundlagen der Naturrechtslehre und des Rechtspositivismus. Charlottenburg, Deutschland: Rolf Heise, 1928. Übersetzt von Wolfgang Herbert Kraus unter dem Titel "Naturrechtslehre und Rechtspositivismus" als Anhang zu Kelsen, Allgemeine Rechts- und Staatstheorie389-446.

Reine Rechtslehre. 1. Aufl. Leipzig, Deutschland: Deuticke, 1934. Übersetzt von Bonnie Litschewski Paulson und Stanley L. Paulson als Einführung in die Probleme der Rechtstheorie. Oxford: Clarendon Press, 1992.

Allgemeine Rechts- und Staatstheorie. Übersetzt von Anders Wedberg. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1945.

Reine Rechtslehre. 2nd ed. Wien: Deuticke, 1960. Übersetzt von Max Knight als Die reine Rechtstheorie. Berkeley: University of California Press, 1967.

Essays in Rechts- und Moralphilosophie, herausgegeben von Ota Weinberger; übersetzt von Peter Heath. Dordrecht, Niederlande: Reidel, 1973.

Allgemeine Theorie der Normen, herausgegeben von Kurt Ringhofer und Robert Walter. Wien: Manz, 1979. Übersetzt von Michael Hartney als Allgemeine Theorie der Normen. Oxford: Clarendon Press, 1991.

Stanley L. Paulson (2005)