Notfalltruppe der Vereinten Nationen

Friedenssicherungseinsatz während der Suez-Krise.

Die Suez-Krise, in der Israel, Frankreich und Großbritannien in Ägypten einmarschierten und beträchtliche Teile seines Territoriums besetzten, wurde Anfang November 1956 vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen gebracht. Generalsekretär Dag Hammarskjöld legte einen Plan zur Einrichtung eines Notfalls vor UN-Truppe überwacht am 5. November die Einstellung der Feindseligkeiten. Die Generalversammlung genehmigte daraufhin die Einrichtung der Notfalltruppe der Vereinten Nationen (UNEF), der ersten UN-Friedenstruppe.

Die UNEF bestand aus Kontingenten, die von den Mitgliedstaaten bereitgestellt wurden. Truppen aus den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates und allen Ländern, die ein besonderes Interesse an dem Konflikt haben könnten, wurden ausgeschlossen. Die Niederlassung der UNEF im Konfliktgebiet bedurfte der Zustimmung aller Beteiligten. Die Soldaten verfügten über leichte Verteidigungswaffen, durften jedoch nur zur Selbstverteidigung Gewalt anwenden.

Die bis Mitte November 1956 einsatzbereite UNEF hatte zunächst etwa 6,000 Soldaten aus Brasilien, Kanada, Kolumbien, Dänemark, Finnland, Indien, Indonesien, Norwegen, Schweden und Jugoslawien. Sein erster Kommandeur war Generalmajor ELM Burns aus Kanada. Als die Truppen zur Überwachung des Waffenstillstands eingesetzt wurden, wurden Verhandlungen über den Abzug der Besatzungstruppen geführt. Ein schrittweiser Rückzug begann unter Aufsicht und mit Unterstützung der UNEF. Der Abzug der britischen und französischen Streitkräfte war bis zum 22. Dezember 1956 und der der israelischen Streitkräfte im März 1957 abgeschlossen.

Nach dem Rückzug wurde die UNEF entlang der Grenze zwischen Ägypten und Israel eingesetzt und unterhielt einen Posten in Sharm al-Shaykh, der den Zugang zum Golf von Aqaba kontrollierte. Bis 1967 war die UNEF auf etwa 3,400 Soldaten reduziert worden.

Im Mai 1967, als die Spannungen im Nahen Osten wieder auf ein kritisches Niveau stiegen und Präsident Gamal Abdel Nasser aus Ägypten trotz der Berufung von Generalsekretär U Thant den Rückzug der UNEF forderte. Die UNEF stellte daher ihre Geschäftstätigkeit am 18. Mai 1967 ein. Drei Wochen später kam es im Nahen Osten zu einem neuen Krieg.