Pérez esquivel, adolfo (1931–)

Adolfo Pérez Esquivel (b. 26. November 1931), argentinischer Bildhauer, Friedensaktivist und Koordinator des Dienstes für Frieden und Gerechtigkeit (SERPAJ), Lateinamerikas Hauptorganisation zur Förderung des gesellschaftlichen Wandels durch Gewaltfreiheit. 1980 erhielt er für seine Arbeit bei SERPAJ den Friedensnobelpreis.

Der in Buenos Aires geborene Pérez Esquivel wurde an katholischen Schulen unterrichtet und war stark von den Schriften von St. Augustine und Thomas Merton sowie vom pazifistischen Beispiel von Mohandas Gandhi beeinflusst. Er wurde an der National School of Fine Arts in Bildhauerei ausgebildet und unterrichtete dort später fünfzehn Jahre lang. Er gab seine erfolgreiche Karriere als Bildhauer in den frühen 1970er Jahren auf, um Gewaltfreiheit als die am besten geeignete Reaktion auf die Gewalt zu fördern, die Lateinamerika infolge des zunehmenden Drucks auf Veränderungen heimgesucht hatte.

1974 gründete Pérez Esquivel zusammen mit anderen katholischen Aktivisten die SERPAJ, eine Agentur zur Verbreitung von Wissen über gewaltfreie Strategien und zur Förderung einer stärkeren Einhaltung der Menschenrechte, partizipativer Modelle der wirtschaftlichen Entwicklung, einer stärkeren politischen Beteiligung insbesondere der Armen, Abrüstung, und Entmilitarisierung. In diesem Jahr wurde Pérez Esquivel Generalkoordinator von SERPAJ und reiste durch Lateinamerika und anderswo, um Gewaltfreiheit zu fördern. Infolge seiner Arbeit wurde er von 1977 bis 1978 von der argentinischen Militärregierung für vierzehn Monate inhaftiert. Nach seiner Freilassung nahm er seine Arbeit zur Förderung der Gewaltfreiheit als wirksamsten Weg zur Schaffung einer demokratischen und befreienden Gesellschaftsordnung wieder auf. 1995 veröffentlichte er sein Buch Zusammen mit den Menschen gehen und ab 2003 wurde er Präsident des Honorary Council of Service der Latin American Peace and Justice Foundation.