Sandinistische Verteidigungsausschüsse

Die sandinistischen Verteidigungskomitees bildeten während der sandinistischen Regierung (1979–1990) die größte populäre Massenorganisation in Nicaragua. Sandinista Defense Committees (CDS), eine Basisorganisation, entstand aus einem Kern vorrevolutionärer geheimer Nachbarschaftsgruppen, die als Civil Defense Committees bekannt sind und die Unterstützung der Sandinista National Liberation Front (Frente Sandinista de Liberación Nacional - FSLN) förderten. CDS dienten als unabhängige und doch integrale Bestandteile der sandinistischen Partei und waren Verbindungen zwischen Regierung und Volk. In der unmittelbaren Nachkriegszeit übernahmen sie die traditionelle Verantwortung des Staates, einschließlich sozialer und administrativer Dienste.

Zu den frühen Zielen des CDS gehörten die Vereinheitlichung der Bevölkerung und der Fortschritt der Revolution. Durch das Erreichen dieser Ziele hoffte das CDS, viele gesellschaftliche Probleme zu lindern. Zu den unmittelbaren Bedenken gehörte die Implementierung grundlegender Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsdienste. Unter der Leitung der Sandinistischen Partei half das CDS bei der Leitung von Alphabetisierungskampagnen, Impfprogrammen, der Verteilung von Nahrungsmitteln, Bau- und Zivilschutzprojekten. Die Mitgliedschaft in der CDS stand allen Personen über vierzehn Jahren offen, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit oder ihrem sozialen Status, und stieg Anfang der achtziger Jahre auf mehr als eine halbe Million. Das CDS wurde von Nachbarschaftsblöcken und ländlichen Gebieten organisiert und umfasste zonale, regionale und nationale Komitees, über die Informationen, Ideen und Beschwerden zwischen den Menschen und dem Staat flossen.

Mit zunehmender Stärke nahm auch die Anklage wegen Korruption, Bevorzugung und Machtmissbrauch zu. Für seine Unterstützer war das CDS eine wahre Form der partizipativen Demokratie. Für seine Kritiker fungierte es als diktatorische Vereinigung. Vier Jahre nach der Revolution war ungefähr die Hälfte der CDS nicht mehr vorhanden. Es bedurfte der Drohung externer konterrevolutionärer Angriffe auf die FSLN, um das CDS wiederzubeleben. Nach der Umstrukturierung Mitte der 1980er Jahre arbeiteten demokratisch gewählte CDS-Führer enger mit lokalen und staatlichen Regierungen zusammen. Nach der Wahl der Oppositionspräsidentin Violeta Barrios De Chamorro im Jahr 1990 löste sich die CDS offiziell auf.